Düngeverordnung: Was ist neu?

Die wichtigsten Änderungen kompakt:

Bereits seit der Herbstaussaat 2017 ist die neue Düngeverordnung in Kraft:

  • Änderung der Stickstoffmengen: Die Stickstoffmenge, die aus Wirtschaftsdünger pro Jahr ausgebracht werden darf, bleibt bei 170 kg N/ha, allerdings müssen Gärreste, Klärschlamm und Kompost ab sofort mit eingerechnet werden.
  • Die Derogationsregel (230 kg N/ha) auf Grünland, die eine erhöhte Stickstoffdüngung bei intensiver Nutzung erlaubt, ist aktuell ausgelaufen.
  • Im Zuge der neuen Düngeverordnung werden neben der Stickstoffhöchstmenge auch die zulässigen Nährstoffüberschüsse herabgesetzt, was gerade in den tierhaltenden Betrieben problematische Auswirkungen haben kann. Der Stickstoffüberschuss aus Wirtschafts- und Mineraldünger wird von 60 kg N/ha und Jahr auf 50 kg N/ha und Jahr verringert. Außerdem dürfen die Länder diesen Wert bei Bedarf um weitere 10 kg auf 40 kg N/ha und Jahr verringern. Für Phosphor wird der Überschuss ab 2018 auf 10 kg N/ha und Jahr halbiert, was wohl den stärksten Einschnitt darstellt. Obendrein darf bei Phosphatgehalten über 20 mg P2O5/100 g im Boden nur noch nach Entzügen gedüngt werden, was tatsächlich einen Überschuss von 0 kg bedeutet.
  • Veränderte Sperrfristen: Als nächster wichtiger Aspekt sind die verlängerten Sperrfristen zu beachten, denn nach der Hauptfruchternte ist die Stickstoffdüngung zukünftig prinzipiell bis zum 31.01. des Folgejahres nicht mehr zulässig (ausgenommen hiervon ist der Anbau von Zwischenfrüchten, Feldfutter, Winterraps und Wintergerste). Auf Grund der verlängerten Sperrfristen werden die Anforderungen an die Lagerkapazität ebenfalls erhöht: Flüssige Wirtschaftsdünger müssen hierbei mindestens 6 Monate (bei mehr als 3 GV/ha 9 Monate) gelagert werden können. Für Festmist und Kompost gilt ab 2020 generell eine Lagerkapazität von 2 Monaten.